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  • Digitaler Corona-Impfnachweis – was ist so schwer?

    Ich gebe zu, ich habe mir erst seit ein paar Stunden Gedanken darüber gemacht, aber als ich gelesen habe, wer gerade alles an der Technik zum digitalen Impfnachweis der Bundesregierung arbeitet, musste ich mir schon etwas an den Kopf greifen.

    Das Bundesministerium für Gesundheit hat IBM, Ubirch, govdigital und Bechtle mit der Entwicklung einer Impfpass-App beauftragt.

    Vor kurzem stand da noch mehr und genaueres, über wie viele Leute da beteiligt sind, aber mal ganz ehrlich: hätte da nicht auch ein Team von einer Hand voll Leute gereicht? Ist das nicht schon wieder Design by committee? Was ist denn überhaupt der Job?

    Der digitale Impfnachweis wird in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum generiert. Nach Eingabe oder Übernahme der Daten wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Nutzer direkt abscannen können oder auf einem Papierausdruck mitbekommen und später einscannen können.

    Man muss also:

    • einen fälschungssicheren QR-Code machen, im dem steht, dass jemand geimpft wurde
    • viele Ärzte und Impfzentren in ganz Deutschland müssen ihn ausstellen können
    • Personen und Unternehmen sollen ihn einfach verifizieren können

    Ich denk, das ist es doch schon. Ich bin wirklich kein Profi, was Crypto-Sachen angeht, aber interessiere mich schon lang dafür. Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass es mit quasi fertigen, anerkannten Mitteln, zB. BLS, recht einfach ist, eine kurze Signatur für einen Text zu erzeugen (oder mit Klassikern wie PGP eine lange Signatur?). Ist man dann nicht schon fertig, wenn man die benötigten Daten und die Signatur in einen Barcode packt? Ich hab das mal in einer Grafik zusammengebastelt, wie ich mir den Ablauf vorstelle.

    Konzept für den QR-Code Corona-Impfnachweis der Bundesregierung in Deutschland

    Sicher, ganz so einfach ist es wahrscheinlich nicht, aber ich bin ja auch kein mehrköpfiges Team. Wenn man noch einrechnet, dass man eine kleine API zur Abfrage der Public Keys der Ärzte ganz Deutschlands braucht und vielleicht noch ein browserbasiertes Frontend basteln muss, das die Ärzte bedienen können, braucht man sicher eine Woche, bis es rund läuft. Ich bin kurz davor, das als Proof-of-concept schnell selber zu machen. Klingt doch spannend.

    Wenn jemand wirklich was vom Thema versteht, freue ich mich über Kommentare. Ansonsten lehne ich mich jetzt zurück und beobachte, wie sich das Thema weiter entwickelt.

    Update

    Natürlich konnte ich es nicht sein lassen: Demo des Projekts auf GitHub (Source)

    Anmerkungen

    • Der im Beispiel erzeugte QR-Code ist zwar groß, aber noch im Bereich des Akzeptablen IMO. Denke es klappt auch noch mit längeren Namen.
    • Die Ärzte-ID hab ich mir frei ausgedacht. Wie viele Ärzte wird es pro Bundesland geben? So maximal 400.000? Wenn man die ID als Base-36 speichert, klappt das mit einer vierstelligen Kennung.
    • Die Private Key Version hab ich mal vorgesehen, falls einer der Ärzte gehackt, oder seinen Key verliert und man einen neuen Key generieren muss. Macht Sinn, denke ich.
    • Evtl ist es noch schön, irgendein Datum noch mitzuspeichern. Erstelldatum, Impfdatum, oder sowas. Dann hat mans später leichter, mit welche Key-Version man verwendet, falls ein Arzt mehrere hat.
    • Der Impfstatus ist in meinem Beispiel aktuell nur eine Zahl, für 1 oder 2 Mal geimpft. Das könnte auch ein Status-Code sein, für welchen Impfstoff man bekommen hat. Oder man speichert noch die Nummer vom Impfstoff-Fläschchen mit ab, wie in den USA.
    • Den Beitrag der Pharmazeutischen Zeitung zum Thema fand ich noch ganz interessant. Auch wenn der Barcode im Beispiel (leider?) nur zu einem Youtube-Video über den Jägerhof in Mutterstadt führt.

    Responses

    1. spam’oaler

      Scarlett Johansson wurde in Baden-Württemberg geimpft?!?! Da hätte ich gern die Spritze verabreicht.

    2. @spam’oaler Ich denk, auf deine 0.5ml Injektion kann sie verzichten :P

    3. FantMagier

      Interessant Danke!

    4. Michael

      also du bist nicht der einzige der da so denkt. ich finde deine Ansätze super und das passt und reicht auch völlig…

      es sollten hier viel mehr unabhängige berater hinzugezogen werden.
      wofür bekommt denn die apotheke 18 Euro für 6 felder ausfüllen und einen Ausdruck????

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  • A personal list of design systems

    This is mainly a list for myself and does not aspire to be complete or a reference to anybody other than myself.

    PS: I also maintain a list of decent free sans-serif fonts for use in webdesign.

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  • An incomplete list of nice free sans-serif fonts for websites

    This is mainly a list for myself, as I often forget there are a few decent font choices available today, even if the project requires the use of free (as in beer) fonts.

    A few more with Asterisks:

    PS: I also maintain a list of nice design systems for color and type as reference for webdesign projects.

    Response

    1. Oliver Schöndorfer

      Brilliant selection! I really love that you added Bahnschrift since it’s a variable font and I’m a total fan of Optitian Sans! Open Sans on the other hand I would have kicked out – it’s everywhere and this makes it so replaceable.

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  • Microsoft Github

    Always root for the underdog, I guess?

    Microsoft Github 2018 Professional

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  • Apple Pay in Deutschland mit boon. (Juli 2017)

    Apple Pay in Deutschland, mit boon. aus Frankreich

    Premise

    Meine Frustration, dass Apple Pay nicht in Deutschland verfügbar ist, ist über die letzten Jahre gestiegen. Ich bin jemand, der ungerne Münzgeld mit sich herumträgt und ich mag diese Geldbeutel nicht, die nach riesigen, aufgeblähten Fröschen aussehen. Nachdem ich zur WWDC 2017 wieder nichts von einem Deutschlandstart gehört habe (long shot, ich weiß), dachte ich, ich hör mich nochmal um, wie hoch derzeit die Hürden sind, in Deutschland Apple Pay zum Laufen zu bekommen. Es stellt sich heraus, seit dem Start in Frankreich (Anfang 2017) und Support der boon-Prepaid-Karte: gar nicht mehr so hoch! Und es gibt recht viele Anleitungen online, allerdings mit zum Teil variierenden Instruktionen. Ich will hier kurz meine Erfahrungen niederschreiben, dass andere nicht die gleichen Fehler machen.

    Ich habe viel gelesen, aber hauptsächlich die Anleitungen von Markus Jasinski und chip.de genutzt. Der Ablauf ist ungefähr so:

    • Französische Apple-ID erstellen (Am besten versuchen, eine kostenlose App zu laden, sonst gibt es keine Möglichkeit, ohne Bezahldaten anzulegen. Einfach ausloggen, im App Store das Land auf Frankreich stellen, boon suchen)
    • Die boon. App aus dem französischen App Store laden
    • iPhone-Region (Sprache kann bleiben) auf Frankreich/France stellen
    • In der boon. App einen Account anlegen, mit der eigenen Telefonnummer und realen Daten
    • Die boon. Karte über den Button in der App zu Apple Wallet hinzufügen
    • Am besten direkt per Überweisung etwas Geld auf die Karte laden (Ich habe 20 Euro überwiesen. Das ist gebührenfrei, aber dauert 1-2 Tage)
    • Das boon. Konto zweimal hochstufen, zuerst auf Basic, dann auf Plus (Nur mit Plus kann man in Deutschland bezahlen! Basic funktioniert nur in eurem “Heimatland”, Frankreich). Dafür die echten, eigenen Adressdaten verwenden und eine Emailadresse, von der man versenden kann. Das ist wichtig, denn beim Hochstufen auf Plus muss man ein paar Fotos machen und die übertragen oft nicht richtig, das heisst, man muss sie per Email nachreichen, wenn man aufgefordert wird und der Support kooperiert nur, wenn man von der angegebenen Emailadresse schreibt. Leider dauerte die Korrespondenz mit dem Support bei mir oft viele Stunden bis mehrere Tage.
    • Wenn das soweit geklappt hat, kann man die Region im iPhone zurückstellen und sich im App Store wieder mit seiner eigenen Apple ID einloggen.
    • Abwarten, bis sowohl das Geld auf der Karte angekommen ist, als auch das Konto auf Plus hochgestuft wurde.
    • Wenn Geld da ist und der Account auf Plus steht, kann man einkaufen. Ich teste nach und nach die Unterstützung bei Läden in Mannheim.
      Apfel.cash hat da eine ganz schöne Liste, zu der ich beitragen werde.

    Fallstricke

    Ich habe bei der Registrierung einige dumme Fehler gemacht, die ihr vermeiden könnt.

    • Die App hat bei mir am Anfang gemeckert, es gebe in meinem Land nur Support auf Android Handys und ich konnte keinen Account erstellen (“Sign up”). Ich dachte, ich kann das austricksen, indem ich für die Registrierung das Handy einer Freundin benutze, was auch geklappt hat, ich hatte einen Account und konnte mich danach am iPhone damit einloggen. Allerdings liess sich aus diesem Account nie die Karte zu Apple Wallet hinzufügen, was die ganze Arbeit sinnlos gemacht hat. Nachdem ich mit dem boon.-Support telefoniert und geemailt hatte, war klar, dass sie meinen Account würden löschen müssen. Die Freundin hatte die App aus dem deutschen Google Play Store geladen und damit die Registrierung gemacht. Das hat meinen Account als “deutsch” markiert oder sowas. Wenn der Account als deutsch gilt, gibt es keinen Support für Apple Pay (siehe Bild am Ende des Artikels) und das lässt sich auch nicht umstellen von deren Seite aus. Man MUSS vom iPhone mit Region “Frankreich” aus registrieren, damit der Account als französisch gilt und Apple Pay freigeschaltet ist. (Ende der Geschichte, der Support hat mein Konto gelöscht, hat 2 Tage gedauert. Dann bekam ich Bescheid und konnte von vorne anfangen; diesmal erfolgreich.)
    • Das Hochstufen auf Plus ist mega verbuggt in der App. Ich habe Reisepass und Personalausweis verwendet und beide Male, die ich das machen musste, kam die Perso-Rückseite nicht an. Jeweils meldete sich der Support am nächsten Tag mit der Bitte, die Rückseite nachzureichen. Nicht so toll über Email. Ich wünschte, es gäbe dafür einen Weg in der App, fehlende Dokumente zu ergänzen.
    • Aufladen per Kreditkarte (am Anfang war ich sehr ungeduldig) kostet Gebühren und erfordert 3d-Secure aka. Verified by VISA. Das musste ich bei meinem Kreditkartenunternehmen erst aktivieren lassen und das hat wieder 2 Tage gedauert. Beantragt das rechtzeitig vorher, oder macht per Überweisung!
    • Der boon.-Support kommuniziert nur über die Emailadresse mit euch, die in der App registriert ist. Aliasadressen wie hans.wurst+boon@gmail.com wirken wie eine schlaue Idee, aber man muss hier leider darauf verzichten.
    • Der boon.-Support war trotz all des Ärgers sehr kooperativ und hat mir geholfen. Manchmal ging die Korrespondenz innerhalb von 20 Minuten hin und her, aber in der Regel muss man auf eine Antwort jeweils einen Tag warten. Das ist blöd, denn das Hochstufen auf Plus dauert eh schon 1-2 Tage, dann bekommt man die Email, dass die Perso-Rückseite fehlt. Wenn man die schnell hinschickt, dauert es trotzdem nochmal 1-2 Tage zusätzlich. Von der “Stunde”, die in den Anleitungen erwähnt ist, konnte ich nur träumen.
    • Ich habe ein paar dumme Fehler gemacht, aber jetzt geht alles. Ich bin sehr glücklich. Wenn Apple Pay demnächst normal in Deutschland startet (Daumen drücken!) kann man sich die Aufladerei der Karte sparen und das boon.-Konto löschen, um die 12 Euro Gebühr zu sparen. Aber das erstaunte Gesicht der Kassierer ist es für den Moment auf jeden Fall wert.

    Apple Pay in Deutschland, mit boon. aus Frankreich, Probleme

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