Der beste Job
es ist getan. ich hab den bestbezahlten job, der mir jemals angeboten wurde, abgelehnt. jetzt muss ich ein bisschen drueber philosophieren um darueber wegzukommen. ich dachte, der max oder der martin koennen mir sicher mit hilfreichen thesen aus dem friedrichuniversum dabei helfen. aber zunaechst mal ein paar infos:
der kai beiderwellen, internet und markt professor an der hochschule, kam neulich auf mich zu und hat gesagt der bastian allgeier habe mich empfohlen fuer einen job. zunaechst dacht ich, prima. es ging dabei um eine software, die die werbeagentur SALT in karlsruhe vertreibt und betreut, ich geh mal nicht auf die details ein, weil ich eine verschwiegenheitserklaerung unterzeichnet habe.
jedenfalls sagte mir der kai, dass ich da ab und an nach KA fahren wuerde und in einem netten buero saesse und bugs am system finden und fixen muesste. also ein php programmierjob an einem grossen projekt, an dem mehrere programmierer arbeiten. ich sagte ich schaus mir mal an und bin am freitag extra nach karlsruhe gefahren deshalb. da hat mir der geschaeftsfuehrer die raeumlichkeiten und so gezeigt und kurz angerissen, was ich machen sollte. mich ins system einfinden und dann mal probeweise nach ein paar bugs schauen, die user eingesandt haben und ob ich da was machen kann.
zum glueck hab ich verdammt schnell den ersten bug beheben koennen (1.5h nach anschalten des rechners), aber es kristallisierte sich heraus, dass mich der job einfach nicht interessiert. das ist schon sehr schade, weil er verdammt gut bezahlt war, aber ich hab mir gedacht, wenn ich ihn antrete, verfluch ich mich jedes mal wenn ich hinfahren muss und werde nie freude dran haben. und dann ist es doch all das geld nicht wert. ich will einfach nicht so crazy schwierige programmierjobs machen. zur zeit hab ich eher interesse an so kleinen projekten, die auch mit design zu tun haben, nicht nur rechnen (vgl. meinen oelna.de header.)
wie seht ihr das so? habt ihr schon mal eine arbeit euch geweigert zu machen, obwohl euer geldbeutel sich gefreut haette? ich denke, ich konnte mir halt erlauben, den job nicht zu machen, weil ich das geld nich so arg dringend brauch, weil ich ja noch die hochschulseite betreue und arminlindauer.de nebenher mache. aber ich sollte auch wirklich mal ueber mein diplom nachdenken. und das waren dann schon ein paar argumente, die letztendlich dazu gefuehrt haben, dass ich wohl nicht jede woche nach karlsruhe fahren werde. der herr beiderwellen war glaub ich enttaeuscht, aber ich denke, man muss seinen job schon gern machen um ihn gut zu machen. sonst kann das nichts werden und macht einen fertig.
Responses
weg zu gehen, arno. der friedrich wär so d’accord mit dir, dass er dir wahrscheinlich nur aufgrund der entscheidung eine eins geben würde, obwohl du nie freiwillig einen kurs bei ihm besuchen hast. und wenn dus dir leisten kannst, ist es natürlich super und zeigt mal wieder, dass du entgegen deiner eigenen propaganda für geld nicht alles machst. also: go arno, go arno!
ich bin ja ganz geruehrt :'(
Naja, die Geschichte mit der Backofenuhr kennst du ja. Das war der langweiligste und nervigste Job der Welt, und damals habe ich mir geschworen, niemals wieder einen reinen Programmierjob anzunehmen. Was schon am Anfang langweilig ist, wird beim Programmieren um so mehr man dran arbeitet eben noch langweiliger.
Während mir das damals zwar gut Kohlen einbrachte, war ich trotzdem verärgert über die Semesterferien, die dafür draufgegangen sind. Weg zu gehen, sag ich auch.
Umfeldanalyse – eine größere Untersuchung zum Kastensystem der neuen Medien (Bill Lessard, Steve Baldvin – Computersklaven) sagt folgendes: Unten sind die „Müllmänner“, sie tippen endlose Datensätze ins Netz, werden dafür nur schlecht bezahlt, sind leicht ersetzbar, arbeiten unter enormem Zeitdruck und sind nie an einem Ziel. Eine Stufe darüber findet man die „Cyber Cops“, Netzspione, die permanenten Umstrukturierungen, extremen Auf- und Abstiegen unterworfen sind. Darüber kommen dann die „Chatroom-Sklaven“ und „Foren-Leiter“. Sie sind Zeitarbeiter, die ihren Job noch mehr verachten als das Geschwätz ihrer anonymen Kunden. Es folgen die „Taxifahrer“, Webgestalter, Programmierer und Reparaturspezialisten mit „ausgeprägter Chaosqualifikation“. Ganz oben befindet sich das Leitungspersonal und die Firmenchefs. Je weiter oben in dieser Hierarchie man sich befindet, desto mehr widmen die Leute ihr Leben dem Unternehmen. Das steigert sich über Leidenschaft bis zu Besessenheit, menschliche Kontakte werden immer mehr auf reine Zweckdienlichkeit reduziert.
Da bist du nach Engler schon fast ganz oben angekommen in der Hierarchie, aber wenn die Besessenheit fehlt, handelt es sich eindeutig um entartete Arbeit, die Kohlen und nen Vertrag würdest du das nie machen. Da du das Geld grad nicht dringend brauchst, lass es. Find ich gut. Bei einmaligen Jobs ists denk ich kein Problem, für gutes Geld sich mal ein bisschen zur Leistung zu zwingen, aber wenns gleich mit langfristig und regelmäßig ist, würd ich die Finger davon lassen.