At the movies
Gerade musste ich eine Umfrage für die FH HS Technische Hochschule Mannheim ausfüllen, in der nach meiner Beziehung zum Medium Film gefragt wurde. Ich musste kurz etwas reflektieren, aber ich habe mich ziemlich schnell an meine Studienzeit erinnert.
Mit dieser Zeit verbinde ich viele liebevolle Erinnerungen in Bezug auf Film. In dieser Zeit kam nämlich irgendein Genie beim CineMaxx Mannheim auf die Idee, man könnte doch die schlecht besuchten Spätvorstellungen ein bisschen boosten, indem man Studierenden ab 22 Uhr einen günstigeren Eintrittspreis anbietet; wenn ich mich recht erinnere, 3 Euro nur?!
Das war eine Zeit, in der gegenüber vom Kino noch die Koeripike (Currywurst und Pommes Experience) existierte und das Wittkoop (einer der ersten richtigen Burgerläden der Stadt. Nicht vergleichbar mit heute, aber damals eine Nummer!)
Jedenfalls war das damals eine Gegend, wo man sich auch abends einen Moment aufhalten konnte in Verbindung mit einem Kinobesuch.
Man kann sich vorstellen, dass junge Leute, die nachmittags und abends zusammen in einer WG in Neckarau abhängen, sich auch gerne mal einen Film reinziehen. Und dass vor 21:30 von denen sowieso niemand richtig einen Plan für den Abend gemacht hat. Wenn jetzt noch jemand sagt, passt auf, wie wär es, wenn statt 12 Euro für den Eintritt ihr nur 3 Euro zahlen müsstet … man würde wo vorher die Leute waren nur noch eine abgeranzte Eckcouch sehen mit ein paar schwitzigen Po-Abdrücken.
Jedenfalls war ich zu dieser Zeit im Durchschnitt drei Mal pro Woche im Kino. In wechselnder Konstellation, mal die ganze Gang, mal nur Max. Was wir für einen Scheiss angeschaut haben, einfach, weil es die günstigste Art war, einen Abend zu verbringen! Es war echt die beste Zeit. Ein Abend Iron Man, der nächste dann White Chicks 2. Es gab keinerlei Qualitätsansprüche. Man hatte irgendwann alle Filme gesehen, die aktuell überhaupt liefen. In quasi leeren Sälen!
Heute existiert an der Stelle nur noch eine Ruine des einstigen Palasts, in der man knapp 20 Euro dafür hinlegt, dass einen der Hintermann mit Corona in den Nacken hustet. Und draussen hat das Soban schon um 22 Uhr dicht gemacht. Es ist einfach nicht mehr das Gleiche. Aber ich denke gerne an die Zeit zurück, in der ich völlig on top des Mainstreams war.