{"id":4302,"date":"2003-11-26T22:00:00","date_gmt":"2003-11-26T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/oelna.de\/blog\/?p=4302"},"modified":"2021-05-21T18:19:15","modified_gmt":"2021-05-21T16:19:15","slug":"the-making-of-berlin-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oelna.de\/blog\/4302","title":{"rendered":"The making of Berlin X"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachfolgend ein Mirror der <a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20080623202800\/http:\/\/scramlings.de\/acrid\/?page=blx\">Originalseite von vig-g.com<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Synopsis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Man gebe zwei Idioten a) zu viel Zeit und eine Menge Coffein, b) eine kostenlose\u00a0<a href=\"http:\/\/www.research.att.com\/projects\/tts\/demo.html\">TEXT-TO-SPEECH-ENGINE VON AT&amp;T<\/a>\u00a0im Web und c) einen pornographischen &#8220;Privatdruck&#8221; von 1913 aus dem Verm\u00e4chtnis eines Gro\u00dfvaters aus dem Freundeskreis. Und schon hat man eine wahnwitzige Innovation:\u00a0<strong>Ein komplett von Computerstimmen gesprochenes Mini-Softporno-H\u00f6rbuch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Download<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/oelna.de\/blog\/wp-photos\/2003-11-26\/berlinx.mp3\">BerlinX.mp3<\/a> (3,05 MB)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>Pornographie<\/em>&nbsp;ist ein heikles Thema. Die wenigsten Leute werden sie mit Humor in Verbindung bringen. All diese Leute werden allerdings auch noch nie das Vergn\u00fcgen gehabt haben, von einem Freund einen nahezu 100 Jahre alten pornographischen Roman aus dessen Familienverm\u00e4chtnis in die Hand gedr\u00fcckt bekommen zu haben. Ich hingegen schon. Das Werk, auf das ich anspiele, nennt sich &#8220;Ein Roman aus Berlin W.&#8221; und entstammt der Feder des (wahrscheinlich nicht nur) mir unbekannten Autors James Grunert. Es erschien 1913 im &#8220;Privatdruck&#8221; in einer Auflage von 500 Exemplaren. Was genau mich an diesem &#8220;Roman&#8221; fasziniert, kann ich nur schwer in Worte fassen. Vermutlich ist es die heutzutage komisch erscheinende Kombination aus veralteter Sprache in Verbindung mit einem Thema, das wohl nie aus der Mode kommt, das aber dennoch im Roman so blumig und indirekt geschildert wird, dass man es nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben wohl nur noch entfernt als Pornographie bezeichnen k\u00f6nnte. Gehaltlos, und doch irgendwie poetisch, explizit und gleichzeitig doch so indirekt &#8212; in dieser Gestalt ist mir Thema noch nie begegnet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Text To Speech<\/em>\u00a0(TTS) ist auch ein heikles Thema. Grob gefasst geht es darum, einen Computer Text in Sprache umwandeln zu lassen. (Die Anglisten unter euch werden es sich sicher schon gedacht haben.) Bis vor kurzer Zeit klangen die Resultate noch blechern und metallisch. Eben wie ein Computer, der zu lesen versucht. K\u00fcrzlich bin ich jedoch auf\u00a0<a href=\"http:\/\/www.research.att.com\/projects\/tts\/demo.html\">AT&amp;T; LABS-RESEARCH TTS INTERACTIVE DEMO<\/a>\u00a0im Web gesto\u00dfen, das mich eines besseren belehrt hat. Ich war \u00e4u\u00dferst erstaunt, als ich mir die Resultate anh\u00f6rte. Gut, ich hatte mich einige Jahre lang nicht mehr mit TTS befasst, aber dass die Technik in so kurzer Zeit einen derart gro\u00dfen Sprung gemacht hatte, schien mir sensationell. Besonders begeistert war ich von der M\u00f6glichkeit, Texte auch in anderen Sprachen als Englisch vorlesen lassen zu k\u00f6nnen. Es gibt neben den Varianten US und UK English Sprecher f\u00fcr Deutsch, Franz\u00f6sisch und lateinamerikanisches Spanisch. Die Resultate sind in meinen Augen zwar weiterhin ein wenig blechern und trotz offensichtlicher Bem\u00fchungen immer noch recht emotionslos, aber im Vergleich zu den mir von fr\u00fcher bekannten Roboterstimmen inzwischen ph\u00e4nomenal realistisch.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zu viel Zeit<\/em>\u00a0hatte ich in den letzten Wochen eher selten. Vergangenen Freitag hatte ich mir allerdings freigemacht und mich mit Arno getroffen. Durch verschlungene Wege sind wir wieder auf die &#8220;TTS Interactive Demo&#8221; gesto\u00dfen. Und wie es so kommt, wenn zwei Idioten nichts besseres mit sich anzufangen wissen, haben wir nat\u00fcrlich prompt ihre Grenzen erkundet. Auf der Suche nach geeignetem (und weniger geeignetem) Text f\u00fcr unsere Erkundungen sind wir dann pl\u00f6tzlich auf die Idee gekommen, Ausz\u00fcge aus oben genanntem Buch einzusetzen. Das stellte sich als extrem witzig heraus, da die Computerstimme diese hochemotionalen Texte mit stoischer Ruhe und mechanischer Pr\u00e4zision vorlas. Bald kam uns auch die Idee, die Dialoge des Romans durch die verschiedenen uns zur Verf\u00fcgung stehenden Stimmen vorlesen zu lassen. Als ideal stellte es sich heraus, die weibliche Rolle durch die franz\u00f6sische Stimme sprechen zu lassen, wobei sich hier enorme Schwierigkeiten bei der Transkription der deutschen Texte ergab, denn wir mussten franz\u00f6sische Grapheme f\u00fcr die deutsche Phonetik finden. Einfacher ausgedr\u00fcckt: Wenn man einfach die Texte einfach in deutscher Schreibweise eingab, produzierte die virtuelle franz\u00f6sische Sprecherin sinnlose Lautartikulationen, die nicht mehr als deutsche Worte zu verstehen waren. An dieser Aufgabe kniffelten wir einen Gro\u00dfteil des Abends. Sp\u00e4ter kam uns die naheliegende Idee, die Texte zu einem Mini-H\u00f6rspiel auszuweiten, indem wir sie mit Hintergrundmusik und Soundeffekten unterlegten. Gegen 6 Uhr morgens waren wir dann schlie\u00dflich mit dem Ergebnis zufrieden \u2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Transkript<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>\u00bbSie machte es so geschickt, dass selbst ich kaum eine Bewegung unter der Decke sehe. Leise zieht sie nur die Vorhaut hinauf und hinunter, reibt mit der Spitze ihres Fingers den Gipfel. Aber das gen\u00fcgt, um mich toll zu machen. Es dauert auch nicht lange, und ich machte mir in einem ausgiebigen Strome Luft. Was tut die Spitzb\u00fcbin? Sie h\u00e4lt sorglich die Hand auf, dass kein Tr\u00f6pflein daneben geht, und w\u00e4hrend sie mit Elsa lacht und spricht, f\u00fchrt sie so ganz von ungef\u00e4hr die Hand an den Mund und schl\u00fcrft den von ihr so geliebten Saft bis aufs letzte Atom von den Fingern. An dem Funkeln ihrer Augen und an ihrem schnelleren Atem merke ich, dass sie auch sich den Genuss einer kleinen Entladung geleistet. Ihr danke ich aber eines der k\u00f6stlichsten Abenteuer meines Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8216;Bist du zufrieden?&#8217;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8216;Mehr als das. Gl\u00fccklich. \u00dcbergl\u00fccklich. Du bist ein reizendes, entz\u00fcckendes Wesen. Ein kleiner Engel. Komm&#8230; Komm!&#8217;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8216;Kannst du schon wieder? Du bist ja ein Herkules!&#8217;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stie\u00df in sie hinein, als sollte jeder Sto\u00df sie ermorden. Meine H\u00e4nde rissen ihren entz\u00fcckenden Popo blutig. Meine Z\u00e4hne vergruben sich in ihren vollen Lippen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8216;&#8230; Tue moi! Ah, ah &#8212; Je meurs.&#8217;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wand sich und warf sich unter mir einer Tobs\u00fcchtigen gleich und so erregt war sie, dass sie ihrem Entz\u00fccken nur in unartikulierten Lauten Luft machen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8216;Ah &#8212; so &#8212; jetzt &#8212; spritz &#8212; mir &#8212; s\u00fc\u00df &#8212; es &#8212; klei &#8212; nes &#8212; Aas &#8212; bis in den Ma &#8212; a &#8212; agen &#8212; spritz mir &#8212; ah &#8212; jetzt &#8212; jetzt &#8212; kommt es mir auch &#8212; ah &#8212; das &#8212; ist &#8212; s\u00fc &#8212; \u00fc &#8212; \u00fc\u00df &#8212; viel s\u00fc\u00dfer wie bei dem &#8212; Lu &#8212; u &#8212; udwig &#8212; ah &#8212; schieb &#8212; noch &#8212; noch &#8212; noch &#8212; nicht aufh\u00f6ren &#8212; ich &#8212; bin &#8212; noch nicht &#8212; ganz &#8212; fertig &#8212; wer &#8212; wird &#8212; denn &#8212; mit &#8212; ten drin &#8212; auf &#8212; h\u00f6 &#8212; \u00f6 &#8212; \u00f6ren &#8212; so &#8212; so &#8212; ah &#8212; fester &#8212; fe &#8212; ester &#8212; so &#8212; jetzt &#8212; jetzt &#8212; ah &#8212; ah &#8212; ja! &#8212; Oui.&#8217;\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sprecher<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das w\u00e4ren wohl die Gesichter unserer Sprecher, wenn sie real existieren w\u00fcrden:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oelna.de\/blog\/wp-photos\/2003-11-26\/rainer-jay.jpg\" alt=\"\" height=\"160\"\/><figcaption><strong>Rainer<\/strong> als <strong>Jay<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oelna.de\/blog\/wp-photos\/2003-11-26\/juliette-claire.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption><strong>Juliette<\/strong> als <strong>Claire<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Transkription<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie bereits oben erw\u00e4hnt, war es \u00e4u\u00dferst knifflig, die deutschen Passagen mit franz\u00f6sischen Graphemen zu umschreiben. Hier unsere L\u00f6sung f\u00fcr den letzten Teil:<\/p>\n\n\n\n<p><em>ah &#8212; so &#8212; ietzt &#8212; jpritz &#8212; mia &#8212; susse &#8212; esse &#8212; klaille &#8212; nesse &#8212; ase &#8212; bisse inne denne ma &#8212; ah &#8212; ahguenne &#8212; jpritz mia<\/em>&nbsp;(ah &#8212; so &#8212; jetzt &#8212; spritz &#8212; mir &#8212; s\u00fc\u00df &#8212; es &#8212; kl &#8212; eines aas &#8212; bis in den ma &#8212; a &#8212; agen &#8212; spritz mir)<\/p>\n\n\n\n<p><em>ah &#8212; ietzt &#8212; ietzt &#8212; kommtesse mir aourre &#8212; ah &#8212; dasse &#8212; ist &#8212; su &#8212; u &#8212; usse &#8212; fil suhser vie baille deme &#8212; lu &#8212; u &#8212; uduouik<\/em>&nbsp;(ah &#8212; jetzt &#8212; jetzt &#8212; kommt es mir auch &#8212; ah &#8212; das &#8212; ist &#8212; s\u00fc &#8212; \u00fc &#8212; \u00fc\u00df &#8212; viel s\u00fc\u00dfer wie bei dem lu &#8212; u &#8212; udwig)<\/p>\n\n\n\n<p><em>ah &#8212; schillb &#8212; norre &#8212; norre &#8212; norre &#8212; nillscht aoufh\u00f6renne &#8212; isch &#8212; binne &#8212; norre nillscht &#8212; ganntz &#8212; fertigue<\/em>&nbsp;(ah &#8212; schieb &#8212; noch &#8212; noch &#8212; noch &#8212; nicht auf &#8212; h\u00f6ren &#8212; ich &#8212; bin &#8212; noch nicht &#8212; ganz &#8212; fertig)<\/p>\n\n\n\n<p><em>verre &#8212; ouillrtt &#8212; denne &#8212; mitte &#8212; tenne drinne &#8212; aouf &#8212; heu &#8212; eur &#8212; eurenne &#8212; so &#8212; so &#8212; ah &#8212; festerre &#8212; f\u00e9 &#8212; ester &#8212; so &#8212; ietzt &#8212; ah &#8212; ah &#8212; ia &#8212; uoui<\/em>&nbsp;(wer &#8212; wird &#8212; denn mit &#8212; ten drin &#8212; auf &#8212; h\u00f6 &#8212; \u00f6 &#8212; \u00f6ren &#8212; so &#8212; so &#8212; ah &#8212; fester &#8212; fe &#8212; ester &#8212; so &#8212; jetzt &#8212; ah &#8212; ah &#8212; ja! &#8212; oui)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachfolgend ein Mirror der Originalseite von vig-g.com: Synopsis Man gebe zwei Idioten a) zu viel Zeit und eine Menge Coffein, b) eine kostenlose\u00a0TEXT-TO-SPEECH-ENGINE VON AT&amp;T\u00a0im Web und c) einen pornographischen &#8220;Privatdruck&#8221; von 1913 aus dem Verm\u00e4chtnis eines Gro\u00dfvaters aus dem Freundeskreis. 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